Multiple Intelligenzen und Multiple Kompetenzen

Rauner hat 2004 von einem Konzept der Multiplen Kompetenz gesprochen, das sich auf die Ergebnisse der Multiplen Intelligenzen bezieht. Recherchiert man im Internet nach “Multiple Kompetenz” oder auch “Multiple Kompetenzen” so wird man zwar fündig, allerdings beziehen sich die dort gemachten Erläuterungen kaum explizit auf die Multiple Intelligenzen Theorie von Gardner.

Nun gibt es allerdings eine Ausnahme. In dem Beitrag von Edingard Fuchs (2004): Zukunftsaspekte der Erziehung findet man folgende Passage: “Howard Gardner spricht von multiplen Intelligenzen und hat in der Welt der Erziehung darauf aufmerksam gemacht, dass es neben den kognitiven Fähigkeiten noch eine Anzahl anderer gibt, die auch wissenschaftlicher Nachprüfbarkeit standhalten. Ich selbst ziehe den Begriff multiple Kompetenzen dem Begriff multiple Intelligenzen vor. Jedenfalls in den USA haben Howard Gardners Erkenntnisse auch in der Praxis positive Wirkungen gezeigt.”

Es ist bestätigend, wenn auch andere den Zusammenhang von Intelligenz und Kompetenz im Sinne von Multiplen Intelligenzen und Multiplen Kompetenzen erörtern.

Ausgebildete Redakteure sollten es besser wissen – und besser machen

robertfreund-happy-news-com.jpgLiest man die Tageszeitungen oder schaut man Nachrichtensendungen im Fernsehen, so muss man feststellen, dass gezielt Stimmung gemacht wird. Macht jemand einen Vorschlag, formulieren es die ausgebildeten Redakteure gleich um in eine “Forderung”. Gibt es Änderungen/Veränderungen, so schreiben diese ausgebildeten Redakteure gleich von “Bedrohungen” oder “es droht…”. Leser werden durch diesen Sprachgebrauch massiv unter emotionalen Druck gesetzt. Ausgebildete Redakteure wissen das – und machen es trotzdem. Was soll man davon halten? Ich halte davon nichts. Da kommt es mir gerade recht, dass ich durch Zufall auf der Website von HappyNews.com gelandet bin. Dort findet man: “We’re obviously different from most news sites in that we’re looking for happy stories only (…). Our basic belief is not that people should be insulated from bad news. Far from it. We encourage people to be fully engaged, fully informed citizens. That means we need to know the good and the bad.” Wenn dieser Grunsatz dann auch noch mit einem angemessenen Sprachgebrauch kombiniert würde …. Gar nicht auszudenken.

Leseausweis der Universitätsbibliothek Marburg

robertfreund-ub-marburg.jpgAm Dienstag brachte ich (Jutta Freund), wie schon so häufig, ausgeliehene Fachbücher in die Universitätsbibliothek Marburg zurück. Die Bücher hatte mein Mann für seine Dissertation gebraucht. Dabei kam mir der Gedanke, dass ich mir ja auch einen Leseausweis ausstellen lassen könnte. Gesagt getan: Ich wurde an einen Computer verwiesen, wo ich kurz meine Daten eingeben mußte. Mit einem Klick hatte dann die Dame meine Unterlagen vorliegen, und schon wenige Minuten später lag der Ausweis in meinen Händen. Nun kann ich mir von zu Hause in Ruhe Bücher über die Internetseite der Universitätsbibliothek aussuchen und schon nach kurzer Zeit abholen. Danach habe ich 4 Wochen Zeit um die Bücher  zurückzugeben oder ich kann online eine Verlängerung beantragen (falls das jeweilige Buch nicht vorgemerkt ist). Ich freue mich über meine ersten ausgeliehenen Bücher.

Wissensbilanz – Made in Germany: Aktuelle Erkenntnisse

Der Newsletter April/2007 des Arbeitskreis Wissensbilanz – Made in Germany enthält wieder einige interessante Informationen:

  1. Alle vom Arbeitskreis befragten Unternehmen nutzen die Wissensbilanz zur internen Steuerung,
  2. 70% zur Verbesserung der internen Kommunikation,
  3. 80% zur externen Kommunikation mit Kunden und Kapitalgebern. Dass Banken die Wissensbilanz positiv sehen, stellt der Direktor der Kreissparkasse Köln, Herr Bernd Nürnberger, in einem Interview klar.
  4. Auch die Ergebnisse des Finanzmarkttest II belegen: Wissensbilanzen ermöglichen eine genauere Bewertung von Unternehmen im Ratingprozess.

Meine eigenen Erfahrungen als Moderator der Wissensbilanz – Made in Germany bestätigen, dass die Wissensbilanz – Made in Germany sehr gut zur internen Steuerung eingesetzt werden kann. Die Auswertungen (WB-Toolbox) zeigen an, welche Wissensmanagement-Projekte gezielt angegangen werden sollten und wie das Wissensmanagement-System gesteuert werden kann.

Drucker (1954): It´s the customer who determines what a business is

Die Massenproduktion hat mit der Standardisierung von Produkten und Dienstleistungen in vielen Lebensbereichen dafür gesorgt, dass sich die Lebensumstände verbessert haben. Die Art und Weise wie wir Produkte und Dienstleistungen herstellen, hat einen starken Einfluss auf unser Leben und auf das Bild von Menschen in unserer Gesellschaft. Die Arbeitsteilung (Taylorismus) hat dazu geführt, dass wir auch Menschen “in Schubladen” gesteckt und ihnen zielgruppengerechte Angebote gemacht haben. In den letzten Jahrzehnten merkt man allerdings, dass die Grenzen der einzelnen Zielgruppen (“Schubladen”) nicht mehr so scharfkantig zu ziehen sind. Das spüren immer mehr Unternehmen. Krampfhaft wird versucht, Kunden davon zu überzeugen (Marketingausgaben), dass sie das akzeptieren sollen, was angeboten wird – trotz horrender Marketingaussgaben allerdings mit durchwachsenem Erfolg. Der Trend zur Individualisierung bei gleichzeitiger Vernetzung (durch das Internet) bedeutet für Unternehmen, sich auf die einzelnen Kunden (Von der Massenproduktion zu Mass Customization), aber auch auf die einzelnen Mitarbeiter (Von Scientific Management zu Managing Diversity) einzustellen. Die Multiple Intelligenzen Theorie kann auf individueller, aber auch auf der organisationalen Ebene dazu beitragen, die Einmaligkeit und vielfältigen Fähigkeiten eines jeden Menschen als Chance zu nutzen. Um es mit Heinz von Foerster zu sagen: “Handle stets so, dass sich die Zahl Deiner Möglichkeiten erweitert”. Die Unternehmen sollten daher auf die äußere Komplexität mit erhöhter innerer Komplexität antworten, die dann allerdings nicht mehr fremdorganisiert sein kann, sondern größtenteils selbstorganisiert abläuft (Selbstorganisationsdisposition/Kompetenz). “It´s the customer, who determines what a business is” hat Peter Drucker schon 1954 festgestellt. Erst heute hat der einzelne Kunde die (technologischen) Möglichkeiten diesen Anspruch durchzusetzen. Unternehmen sollten sich rechtzeitig darauf einstellen…

Wieder ein Bericht über Mass Customization

robertfreund-perspektive-blau-mass-customization.jpgDer Artikel Mass Customization: Maßgeschneidert vom Fließband (perspektive:blau, März 2007) weist darauf hin, dass immer mehr Unternehmen Mass Customization umsetzen. Es freut mich, dass dies immer mehr Medien bemerken und darüber berichten. Allerdings geht der Autor (Wer hat den Beitrag geschrieben?) nicht genau darauf ein, was man heute unter Mass Customization versteht. Weiterhin werden keine Quellen für Behauptungen genannt. Ich habe seit 2001 an allen Weltkonferenzen zu Mass Customization teilgenommen und die gesamte Entwicklung kennen gelernt. Es ist richtig, dass Mass Customization verschiedene Stadien durchlaufen hat, bis es nun zu einem umsetzbaren Konzept geworden ist, das sogar gemeinsam mit Open Innovation zur Interaktive Wertschöpfung weiterentwickelt werden kann. Es ist auch weiterhin richtig, dass bei der Umsetzung vieles zu beachten ist. Gerade deshalb würde ich mir wünschen, dass Berichte über Mass Customization genauer sind.

Web 2.0: Selbstorganisation und kollektive Intelligenz – wie ist das zu verstehen?

robertfreund-sciencegarden-web-2.0.jpgDer Artikel Web 2.0 – Social Software in der zweiten Generation (sciencegarden Februar/März 2007) geht sehr schön auf die aktuelle Diskussion ein und stellt klar, dass die neue Generation der Social Software Möglichkeiten birgt, die manchen Leuten wohl nicht bewusst sind. Ganz besonders möchte ich auf folgende Passage aufmerksam machen: “Selbstorganisation als Prinzip. Maßgeblich für den Einsatz der neuen Social Software-Anwendungen sind die Prinzipien der redaktionellen Selbstorganisation („Graswurzelredaktion“) und der kollektiven Intelligenz.” Die Leser meines Blog wissen, dass ich gerade auf diese Punkte immer wieder hinweise. Dennoch: Auch wenn hier die gleichen Begriffe verwendet werden kann es sein, dass andere Dinge damit gemeint sind. Deshalb hier noch einmal meine Position: Unter Selbstorganisation verstehe ich die Selbstorganisationsdisposition im Sinne der Kompetenzdefinition von Erpenbeck/Heyse (QUEM-Projekt). Weiterhin verstehe ich den Begriff “Kollektive Intelligenz” nicht im Sinne des klassischen IQ, sondern im Sinne der Multiplen Intelligenzen. Siehe dazu auch das von mir initiierte EU-Projekt MIapp (2004-2006). Es ist doch immer wieder festzustellen, dass die gleichen Begriffe verwendet werden, die Leute aber oftmals etwas anderes darunter verstehen…

Informationsvisualisierung – aber wie?

Mathias Oborski schreibt in seinem lesenswerten Artikel Im Himmel der Information (Zeit online vom 08.04.2007) über das Java-Apllet Universe und über verschiedene andere Projekte von Jonathan Harris. Diese Tools sollte man nicht überbewerten, da sie wohl für eine professionelle Recherche noch nicht geeignet sind. Dennoch zeigt es einen Trend auf, Zusammenhänge in der Daten- und Informationswelt stärker zu visualisieren. Universe habe ich gerade einmal für verschiedene Begriffe ausprobiert: Faszinierend. Versuchen Sie es doch auch einmal.

VfL Bochum gewinnt bei Bayer Leverkusen 4:1

Das hätte man vor dem Spiel wirklich nicht für möglich gehalten. Der VfL Bochum gewinnt auswärts bei Bayer Leverkusen mit sage und schreibe 4:1. Als Bochum-Fan hatte man in dieser Saison wenige Glücksmomente – das gestrige Spiel war auf jeden Fall einer. Die Schlussphase des Spiels haben wir gestern im Auto gehört. In der Schlusskonferenz bei WDR2 sprach der Kommentator immer wieder von einem verdienten Sieg des VfL Bochum. Ich konnte es erst gar nicht glauben. Nach dem Schlusspfiff haben wir uns Zuhause den Sirtaki angehört, der im VfL-Stadion gespielt wird, wenn Gekas ein Tor geschossen hat. Immerhin hat der Torjäger des VfL auch gestern wieder zwei Mal getroffen. Die Chancen für den Verbleib in der ersten Bundesliga sind nun wieder erheblich besser…