Heute haben wir den Dr.-Robert-Freund-Newsletter-2011-06 an alle Abonnenten versandt. Alle bisher erschienenen Newsletter finden Sie auf dieser Seite als PDF-Dateien. Sollten Sie an unserem monatlich erscheinenenden (kostenlosen) Newsletter interessiert sein, so senden Sie uns bitte eine E-Mail. Wir nehmen Sie gerne in unseren Verteiler auf. Denn Sie wissen doch:
Metz, M.; Seeßlen, G. (2011): Blödmaschinen – Die Fabrikation der Stupidität
Das Buch Metz, M.; Seeßlen, G. (2011): Blödmaschinen – Die Fabrikation der Stupidität macht deutlich, wie „intelligent“ die einzelnen Systeme unserer Gesellschaft ineinandergreifen, um stupide, marktfähige Bürger zu schaffen. Stupide und dumme Bürger sind steuerbar und damit leicht zu kontrollieren. Es verwundert daher z.B. nicht, dass Medien (auch sogenannte öffentlich-rechtliche) sehr häufig Begriffe wie „drohen“, „fordern“ usw. verwenden, wenn einfach alternative Möglichkeiten aufgezeigt werden… Es ist Zeit, nicht nur von intelligenten Produkten, sondern auch von intelligenten Menschen auszugehen – doch wer will das schon? Siehe dazu auch
Studie: Langsam aber sicher erkennen immer mehr Unternehmen, dass wissensbasierte Arbeit neue Strukturen braucht
Seit Peter Drucker in den 50er Jahren den Begriff „Knowledge Worker“ etablierte (ganz geklärt ist das allerdings nicht), sind viele Jahre vergangen und Wissensmanagement hat verschiedene Phasen durchlebt. Zum Beispiel hat der IT-Hype der letzten Jahrzehnte den Umgang mit Wissen immer noch zu sehr mit Informations- oder Datenmanagement gleich gesetzt. Es scheint sich allerdings langsam aber sicher die Erkenntnis durchzusetzen, dass wissensbasierte Arbeit, die neue Informations- und Kommunikationstechnologien verwendet, andere Rahmenbedingungen benötigt, als klassische Industriearbeit. Die Hays-Studie (2011): Fachbereiche im Wandel. Wie Wissensarbeit die Unternehmen verändert bestätigt auch noch einmal diese Entwicklung. Ich hoffe allerdings sehr, dass erkannt wird, wie wichtig gerade der Umgang mit impliziten Wissen im Unternehmen ist, denn dieses kann nicht so einfach in Datenbanken oder Handbüchern festgehalten werden…
RKW-Podcast 04/2011 zu „Open Innovation in der Praxis“
„Diversity is good for business“ – wer hätte das gedacht?
Die Studie Caye, J.-M.; Teichmann, C.; Strtack, R.; Haen, P.; Bird, S.; Frick, G. (2011): Hard-Wiring Diversity into Your Business weist zunächst auf den Seiten 3 und 4 auf folgende Trends hin:
- The customer base is increasingly heterogeneous
- Globalization requires a new mix of employees
- A talent crunch is comming
- Corporate leadership faces new imperatives
„Symply put: Diversity is good for business.“ (Seite 3). Diese einfache Formel stellt allerdings Personalabteilungen und Führungskräfte vor neue Herausforderungen, da alles Management auf „similar looking and similar-minded emplyees“ ausgerichtet war/ist. Siehe dazu auch Menschliche Potenziale für eine neue Welt, Der Mensch als geistiges und praktisches Wesen und Vielfalt als Chance.
Wissensbilanz – Made in Germany gastiert am 30.08.2011 in Kiel – sehen wir uns?
In Kiel wird die Roadshow „Wissensbilanz – Made in Germany“ in Kooperation mit dem INTERREG IVa Projekt „WIN-VIN Wissen nutzen im Norden“ auf Einladung des Knowledge Office Kiel durchgeführt. Wie Sie dem Einladungsflyer (671KB,PDF) entnehmen können, ist die Roadshow eingebettet in ein Tagesprogramm, das sich intensiv mit den vielfältigen Dimensionen von Wissen befasst. Mein Part ist es, die Wissensbilanz – Made in Germany inkl. der Toolbox vorzustellen, bevor zwei Referenten im Praxisteil über ihre Erfahrungen bei der Nutzung der Wissensbilanz – Made in Germany berichten. Am Ende des sicherlich spannenden Tages haben alle Teilnehmer noch die Möglichkeit, den verschiedenen Referenten Fragen zu stellen. Kommen Sie am 30.08. nach Kiel und lassen Sie uns über die Wissensbilanz – Made in Germany sprechen – ich würde mich freuen.
Marktstudie Social Media Monitoring Tools kostenlos als Download
Die im letzten Jahr veröffentlichte Studie Kasper, H.; Dausinger, M.; Kett, H.; Renner, T. (2010): Marktstudie Social Media Monitoring Tools – IT-Lösungen zur Beobachtung und Analyse unternehmensstrategisch relevanter Informationen im Internet kann nun kostenlos heruntergeladen werden – toll. „Die Marktstudie enthält neben Übersichtstabellen detaillierte Produktprofile und beschreibt außerdem anbieterunabhängig die Funktionen und Einsatzmöglichkeiten von Social Media Monitoring Tools. Sie richtet sich an Geschäftsführung, sowie Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmenskommunikation und Marketing, Produkt- und Innovationsmangement, Service und Vertrieb, sowie IT-Verantwortliche, die den Einsatz solcher Lösungen planen oder sich über deren Möglichkeiten informieren möchten.“
Wissensmanagement in Fertigungsprozessen lohnt sich
Der Artikel Wissensmanagement verbessert Qualität von Kugelgewindetrieben (Heinrich Wilms und Florian Albrecht, in: Maschinenmarkt vom 24.06.2011) zeigt auf, welche Vorteile die Wissensperspektive auf Fertigungsprozesse bringen kann: „Das Wissen über die Hartwirbelprozesse kann auf diese Weise noch schneller und gezielter weiterentwickelt werden.“ Die bessere Nutzung dieser Wissensdomäne (Wissen über …) schafft die Grundlage für eine internationale Wettbewerbsfähigkeit. Es freut mich, dass nicht nur die technische (Datenbank) oder organisationale (Fertigungsprozesse), sondern auch die menschliche Dimension im Umgang mit Wissen (Management von Wissen) thematisiert wird: „Unter Umständen wandert solches Wissen hin und wieder mitsamt Mitarbeitern aus einem Unternehmen ab. Dadurch kann die technische Nachhaltigkeit solcher Unternehmen gerade im Mittelstand erheblich beeinträchtigt werden.“ Siehe dazu auch: Bei der Arbeitssituationsanalyse rückt das Ganze der Arbeit in den Mittelpunkt.
Der Konsumgütermarkt spürt deutlich einen Trend zu Mass Customization
In dem Artikel Kunden lieben Maßgeschneidertes (Der Handel, 25.06.2011) wird noch einmal deutlich herausgestellt, dass Mass Customization in der Konsumgüterbranche zunimmt. Da die Kunden mit neuen Technologien vertraut sind und diese auch zu einem großen Teil selbstorganisiert einsetzen können, werden entsprechende Onlineangebote genutzt. Interessant dabei ist auch, dass durch diesen Trend regionale Anbieter profitieren können, wodurch nachhaltiges Wirtschaften unterstützt wird.
Brauchen wir institutionelle Innovationen um unsere Wirtschaftsweise zu transformieren?
„Um unsere Wirtschaftsweise zu transformieren brauchen wir institutionelle Innovationen“ (Maja Göpel, Direktorin für Zukunftsgerechtigkeit beim World Future Council In: Die Zeit vom 22.06.2011, S. 35). Zunächst habe ich diesem Satz zugestimmt, doch er unterstellt, dass die Institutionen Einfluss nehmen können auf die Art und Weise, wie wir wirtschaften. Dieser Ordnungsgedanke von Institutionen entstammt einem System der Grenzziehung zwischen Staat und Wirtschaft, Arbeiten und Freizeit, Nationalstaat und „Rest der Welt“ usw. Solche Dichotomien sind in einer entgrenzten Welt nicht mehr zeitgemäß. Die Änderungsgeschwindigkeit (Lerngeschwindigkeit?) der Institutionen mit ihrem Beharrungsvermögen und veralteten Deutungsmustern steht dabei auch sozialen Veränderungen (Sozialen Innovationen) im Wege, wodurch es zu „Friktionen“ in allen Lebensbereichen kommt (Rechtssystem, Bildungssystem, Wirtschaftssystem, Bankensystem…). Aktuell hechelt die Politik mit ihren schwerfälligen Institutionen der Realität hinterher. Die Menschen wenden sich von dieser traditionellen Politik ab und organisieren sich selbst – über Grenzen hinweg. Diese Selbstorganisation basiert auf der Vernetzung Einzelner und kann dazu führen, unsere Wirtschaftsweise zu verändern. Beispiele sind schon in vielen Bereichen zu finden: Open Source, Open Innovation oder auch Open Democracy. Eine Veränderung der Wirtschftsweise durch Bottom-Up-Initiativen kann also eine Alternative sein. In vielen nordafrikanischen Staaten sieht man schon, wie sich die Bürger eines Landes vernetzen und die etablierten Institutionen zu Veränderungen bewegen.Doch: Afrika ist ja weit weg, oder?
